Black Rebel Motorcycle Club – Howl

Alternative RockFolk RockRock, VÖ: August 2005
Einst war der BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB dafür bekannt, Riffs zu sprengen, die an die Stooges und die Sex Pistols erinnern. Nach der Abfuhr durch Virgin hat sich die Band erholt und ein größtenteils akustisches Album gemacht, das von klassischem Folk, Blues und Gospel durchtränkt ist.

Peter Hayes und Robert Turner sind in ihre Heimatstadt San Francisco zurückgekehrt und haben ihre abgedroschenen Garage-Band-Melodien abgelegt und sich stattdessen dafür entschieden, sich mit ein paar Akustikgitarren hinzusetzen und ihre Köpfe dem Licht zuzuwenden. Die feierliche Jam-Session im Kern des Eröffnungstracks „Shuffle Your Feet“ gibt den Ton für die dritte Platte „Howl“ an. Das Ausstöpseln der E-Gitarren hat zu keinem Leistungsverlust geführt, da sich durch die bandeigene Produktion jeder Track voll und bullig anfühlt. „Howl“ verzichtet auf schwarzes Leder und allzu kühles Gehabe und lässt ausschweifende Akustikgitarre und himmlische Chöre aufsteigen und zeigt uns eine atemberaubende klangliche Neuerfindung. Spuren von Shoegazer-Pop sind im Titeltrack offensichtlich, und in der Tat zieht sich die mürrische Majestät, die “Take Them On, On Your Own“ aus dem Jahr 2003 zu einem so bemerkenswerten Album machte, auch hier ein wenig entlang der akustischen Ränder.

„Howl“ fühlt sich von Anfang bis Ende nicht weniger als echt an, und während Fans diese neue Richtung beklagen mögen, ist es wirklich erfrischend zu sehen, wie eine Band, die einst auf leeren, sexy Posen aufgebaut wurde, nun den Anspruch auf Versuche der Tiefgründigkeit für sich stellt, so flüchtig sie auch sein mögen. Die erste Single „Ain’t No Easy Way“ ist vollgestopft mit rauen Steel-Gitarren-Riffs und einer knutschenden Mundharmonika – die volle Ladung inbrünstiger Scheunentanz zu stampfendem Country Rock. Der natürlicher Hang des Black Rebel Motorcycle Club zum Lauten und Bombastischen funktioniert hier gut; Überraschenderweise ist „Ain’t No Easy Way“ ein vollkommen überzeugender Wurf, seltsamerweise frei von umständlichen Erfindungen. 

Ein Großteil des „Gospel Song“ wird geflüstert, schlüpft in und aus dem dicken Summen der ganzen Band, stapft weiter und weiter, landet aber nie wirklich an einem besonders interessanten Ort. „Weight of the World“ ist auch nicht schlecht, wenn auch etwas uninspiriert. Es mag einen winzigen Hauch von Verzweiflung geben, der vieles von „Howl“ antreibt, aber letztendlich ist das Album ein seltsam ernsthaftes Experiment für den Club, und sobald sie lernen, die seltsamen, obligatorischen Signifikanten fallen zu lassen, könnte sich ihre neue Richtung tatsächlich als fruchtbarer erweisen als ihre letzte.

6.7