Beyoncé – Dangerously in Love

Classic AlbumsR&B, VÖ: Juni 2003
Das Album zeigt eine sehr verliebte BEYONCÉ, die ihre Weiblichkeit annimmt und sich ihrer stimmlichen Fähigkeiten sicher ist. Als Hauptdarstellerin von Destiny’s Child blüht nun auch Ihre Solokarriere auf.

Beyoncé kommt mit ihrer ersten Single „Crazy in Love“, auch dem ersten Song auf der Tracklist, direkt aus den Startlöchern. „Crazy In Love“ zeigt ihren Freund und Rapper Jay-Z, sowie eine wild süchtig machende Hook (die Instrumente aus The Chi-Lite’s „Are You My Woman (Tell Me So)“ sampelt). Seien wir ehrlich, Beyoncé Knowles ist eine gut aussehende Dame und sie weiß es! Sie nimmt die richtigen Posen ein und erobert den männlichen Markt mit einem Funkeln in Ihren verführerischen Augen. Das Artwork des Albums würde auf den Seiten der Vogue nicht fehl am Platz aussehen.

Beyoncé – weil Diven schließlich keine Nachnamen brauchen – hat mehr Raum auf ihrem Debüt, um als Solokünstlerin stimmlich zu experimentieren, weichere Register zu erkunden und die kokette Persönlichkeit zu schäumen, die auf Destiny’s Child-Tracks wie „Bootylicious“ nur angedeutet wurde. „Yes“ ist eine direkte, futuristische Interpretation von Janet’s schüchternem „Let’s Wait Awhile“, während das von Missy Elliott verfasste „Signs“ Beyoncé poetisch durch ihr kleines schwarzes Buch mit Sternzeichen blättern lässt. Die dritte Single des Albums ist eine Abwechslung zu ihren vorherigen Uptempo-Hits. Dieses ernsthafte und sehr persönliche Lied zeigt Beyoncé als selbstbewusste Frau.

Beyoncé’s Herangehensweise an Balladen während „Dangerously in Love“ kann am besten als cremig beschrieben werden – und ja, dieses Wortspiel ist definitiv beabsichtigt. Tracks wie „Yes“, das raffinierte „Gift from Virgo“ und „Speechless“ sind stimmliche Orgasmen. „Speechless“ ist vielleicht die brillanteste R&B-Ballade der letzten fünf Jahre. Obwohl sie Charisma und eine feine Stimme ausstrahlt, ist Beyoncé als Sängerin nicht in einer Klasse mit Größen wie Whitney Houston oder Mariah Carey. Aber die Clubtracks auf „Dangerously in Love“ brennen – insbesondere „Baby Boy“, das der unbändige Sean Paul anzündet. 

Mit gerade einmal 21 Jahren hat Beyoncé viel Zeit, um einen ausgereiften Balladenstil zu entwickeln, der zu ihr passt. Im Moment ist sie überzeugender, wenn sie nicht so ernsthaft versucht, sich wie eine Erwachsene zu benehmen.

7.0