Benjamin Gibbard – Former Lives

Indie Rock, Mai 2012

Benjamin Gibbard beginnt mit eigentümlichen A cappella Interpretation im kurzen Stück ‚ Shepherd’s Bush Lullaby ‚ und erzählt darüber selbst: „I think people would be surprised when these songs were written or who they were written for. They’re snapshots from my life, a little photo book from different times.” Und womöglich haben Ihn bereits einige an seiner Stimme erkannt. Benjamin Gibbard ist Sänger bei Death Cab For Cutie und komponierte währenddessen auch Lieder, die nicht für seine Hauptband bestimmt waren. Und wie sich jetzt glücklicherweise herausstellt, sind seine eigenen Songs viel zu schön, um Sie unbeachtet liegen zu lassen. Sein erstes Solo-Album ‚ Former Lives ‚ ist dementsprechend in erster Linie eine Sammlung persönlicher Songs, die er über den Zeitraum von acht Jahren geschrieben hat. Während diese Zeilen entstehen, erklingt das zweite Stück aus seinem Album und das gefällt. ‚ Dream Song ‚ umschmeichelt uns mit einem stetigen Tempo, melodischen Gitarren und dem ergreifenden Gesang von Gibbard. Irgendwie verfällt man in diesen Minuten auch dem Gefühl, welches beständiger Begleiter bei den Death Cab For Cutie Songs war. ‚ Teardrop Windows ‚ ist dagegen ein sanft dahin klimpernder Pop-Song und mit ‚ Bigger Than Love ‚ erleben wir dann ein schwindelerregendes und wunderschönes Duett mit Aimee Mann. „I’ve been somewhat obsessed with this book of letters sent by Scott and Zelda Fitzgerald“, erzählt er darüber und beginnt kurz darauf mit seiner akustischen Nummer ‚ Lily ‚, deren süßer Duft und verführerische Harmonien einen zauberhaften Höhepunkt auf ‚ Former Lives ‚ erblühen lässt. Und dieser soll noch nicht zu Ende sein, denn auch das augenzwinkernde ‚ Something’s Rattling (Cowpoke) ‚ küsst behutsam unsere schwelgenden Gedanken und ist in vielerlei Hinsicht das Herzstück des Albums. Der Song handelt von einem dudelnden Cowboy namens „Cowpoke“ und zwischen den wärmenden Mariachi Klängen heißt es noch: „I’m not in hiding, just trying not to be found.“ Mit ‚ A Hard One To Know ‚ nimmt Gibbard wieder an Fahrt auf und entführt uns erneut in sein brillantes Songwriting, dem jugendlichen Charme und seiner Fähigkeit, jeden Song in eine grenzenlose melancholische Stimmung zu versetzen. Und bis zum letzten Stück ‚ Buidling a Fire ‚ hat sich schlussendlich ein Spannungsbogen entwickelt, der ‚ Former Lives ‚ zu einer wirklich herausragenden Platte macht. Am Ende gibt das Gesicht von Death Cab For Cutie noch zu bedenken und spricht zugleich Hoffnung für alle Anhänger der Band aus: „These songs span eight years, three relationships, living in two different places, drinking then not drinking. They’re a side story, not a new chapter.”

8.4