Baby Rose – To Myself

R&BSoul, VÖ: September 2020
BABY ROSE geht ihren eigenen Weg – und wird sich schnell zu einer Legende entwickeln.

Die in Atlanta lebende Sängerin mit den einzigartigsten Gesängen hat endlich ihr atemberaubendes Debütalbum „To Myself“ herausgebracht. Rose wuchs umgeben von Musikern auf und wandte sich der Musik als Zufluchtsort vor Mobbing und Entfremdung zu, die sie durch das viele Umherziehen erlebte. Seit sie uns im vergangenen Mai mit drei brillanten Singles an einem Tag segnete, hat Rose unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen, und ihr Debüt fesselt unsere Gedanken noch mehr. Sofort werden wir im Eröffnungstrack „Sold Out“ in eine turbulente Erzählung von Rose’s Reise nach der Trennung geworfen. Die lieblichen Gitarren gepaart mit Rose’s einzigartigem Gesang erinnert „Sold Out“ an Rose’s verlorenes Vertrauen in die wahre Liebe. Über einen Großteil des Albums ringt Baby Rose mit ihren polarisierten Gefühlen gegenüber ihrem Ex. 

In der sehnsüchtigen Ballade „Borderline“ dramatisiert sie ihre Unentschlossenheit darüber, ob sie zu ihrem Mann zurückkehren oder ihn endgültig verlassen soll. Obwohl es sich um eine abgenutzte Metapher handelt, die bereits von Madonna und den Black Eyed Peas verwendet wurde, malt ihre meisterhafte und gebieterische Stimme Schattierungen von Nuancen, bündelt und gießt ihre Vokale wie dicke Melasse aus. Andere Songs kodieren subtilere emotionale Spannungen: Das an Daniel Caesar erinnernde „Mortal“, das die Anziehungskraft ihres Ex-Liebhabers mit einem starken Sog vergleicht, trifft auf die rachsüchtige Blues-Ballade „Ragrets“, in der Rose’s grüblerischer Verstand sich nur an den bösen Herzensbrecher voller „Gift“ erinnern kann.

Der Reichtum von „To Myself“ liegt darin, wie die komplizierte, vielschichtige Produktion ihre warme und ausdrucksstarke Stimme betont. Die 25-jährige Singer-Songwriterin übertreibt es auch nicht. Rauchig, brüllend und bewegend emotional beschwört die Tiefe von Rose Wilson’s Stimmton eine Weisheit herauf, die über ihre Jahre hinausgeht, und lässt dem Gewicht ihrer Texte Raum, um sich meilenweit zu entfalten. Beziehungen sind nicht einfach, besonders wenn sich die Welt so anfühlt, als würde sie sich verschlechtern. Die Liebeslieder von Baby Rose haben sich scheinbar mit Leichtigkeit an diese dunkle Wahrheit angepasst. 

Bei ihr fühlt sich Liebe und Herzschmerz an wie zwei Autos, die auf eine Klippe zurennen; Jeder testet den anderen, um zu sehen, wer kurz vor der Kante anhält, aber ihr am nächsten ist. Für sie ist Liebe gefährlich atemberaubend und bietet uns wie Feuer die gleiche Wärme, die uns am Ende verbrennen wird. Diese Perspektive lässt ihre Stimme reich an Textur erstrahlen. Sie verkörpert stimmlich den Rauch, von dem die Liebe uns entweder erfüllt oder atemlos macht. Der Konflikt im Herzen von „To Myself“ dreht sich nicht nur darum, dass man sich entscheidet, eine Person zu verlassen, sondern darum, die Entscheidung zu treffen, seinen Weg zu ändern, einen Teil seiner Identität neu zu schreiben. Wie die Blueswomen vor ihr geht Baby Rose ihren eigenen Weg.

8.0