Artificial Brothers – Make Our Hearts Sway

Rock, VÖ: September 2012

„Make Our Hearts Sway“ heißt das Debütalbum der Artificial Brothers aus Dänemark, in Thisted zu Hause, begeistert das Quintett mit düster-melancholischen Rock Songs und einer emotionalen Reise in die verschiedensten Gefühlslandschaften. Musikalisch durchziehen die Artificial Brothers unvorstellbare Weiten über Get Well Soon, Muse bis hin zu Interpol. ‚ Redemption ‚ ist ein kompositorisches Kuriosum, erweitert zugleich das eigene Bewusstsein und zieht uns außerhalb der idyllischen Komfortzone über die Schwelle zwischen Dunkelheit und Licht. Eine wärmende Schönheit umspült die Ohren zudem mit dem charismatischen Gesang des Frontmanns Mathias Bertelsen. ‚ Spiders ‚ zwirbelt die Gitarrendrähte in die Höhe und verlässt für einige Momente das wunderbare Halbdunkel, das für die Artificial Brothers als der sichere Zufluchtsort gilt.

Von dort leuchtet es dann erneut im Dunkleln, wenn die Melodien zu ‚ The Children ‚ tausend leere Gedanken in unsere Köpfe projizieren, wenn eine energetische und elektrifizierende Atmosphäre im nächsten Stück ‚ Psychedelic Friend ‚ die begradigten Rhythmen vorbei an der dämonenbesetzten Stimme hetzten. Dagegen ist mit dem ehrwürdigen ‚ Parades‘ End ‚ und seinen langsam und länglichen Melodien eine erstaunliche Homogenität gelungen – bis auf die letzten Sekunde. Also aufgepasst wenn plötzlich alle fünf Kehlen die bis hierhin angestaute Frustation in die traurige Welt schreien. ‚ Make Our Hearts Sway ‚ ist eine emotionale Reise, die persönliche Erfahrungen von Melancholie und Freude, Einsamkeit, Frustration und Hoffnung aufgreift. Wie bei allen Platten dieser Gangart, wird man auch hier nach spätestens 30 Minuten gedanklich in andere musikalische Richtungen fliehen.

Die Devise: Hauptsache Abwechslung und Ablenkung. Hervorgerufen durch die Dichte Ihrer Songs und leider auch durch den Abfall gegen Ende von ‚ Make Our Hearts Sway ‚. Es tänzeln die Melodien nur noch in tief schwarzen Gewändern in der durchgreifenden Orientierungslosigkeit. Doch wir müssen bleiben, hängen gezwungener Maßen fest in dieser dunklen Nacht und versinken schließlich zu den letzten Klängen und samt den Artificial Brothers in dem sirenengleich klingenden Gefühlsbad…

8.0