Anti-Flag – The General Strike

Rock, VÖ: März 2012

Oha! Was für ein brachialer Einstieg in das neue Werk ‚ The General Strike ‚ von Anit-Flag! Und während ich gerade den ersten Satz beende, beginnen auch schon die Strophen aus dem zweiten Stück ‚ The Neoliberal Anthem ‚. Die politische Punk-Band aus Pittsburgh statuiert hier einen echten Protest-Song und brüllt mit donnernder Intensität die Ungerechtigkeiten in die große weite Welt hinaus. Mit geschredderten Gitarren schlagen Anti-Flag gegen Ende einen Rhythmuswechsel an und singen mit erhobenen Fäusten, „i’ve got something to say and I’ll say it again“. Ein weiteres Highlight auf der Platte ist das klassisch anmutende ‚ The Ranks Of The Masses Rising ‚ mit seiner Ode an das wachsende Bewusstsein für die Macht, den Protest und die Revolution. An Elementen aus dem Pop-Punk bedienen sich Anti-Flag im dritten Stück ‚ 1915 ‚ und beginnen mit einem forschen Riff, der kurz darauf von einer anschwellenden Dunkelheit verschlungen wird.

‚ This is the New Sound ‚ durchzieht unsere Gehörgänge mit einem feinen Gefühl für die richtige Dynamik, während die Waffen im Refrain liegen. Sehr gelungen an dieser Stelle auch das selbstbewusste Gitarrensolo. Am Ende wird der Song intimer als man beim ersten Durchlauf erwarten würde – vielleicht aufgrund der individuellen Töne, vielleicht auch wegen der fordernden Reaktion mit der uns Anti-Flag Ihre politische Agenda in wohlschmeckenden Chören in die Speiseröhre drücken. Aber eigentlich erfahren wir erst mit ‚ Bullshit Opportunities ‚, wie sich ein wahrlich aufrüttelnder Schlag anzufühlen hat: Die Instrumente sind leidenschaftlich und kompromisslos, die Musik verkörpert die Virulenz ihrer rebellischen Themen und treibt den Hörer mit einem leidenschaftlichen Aufruf zu Veränderungen an.

Musikalisch gesehen passiert nach ‚ The Ranks Of The Masses Rising ‚ nicht mehr sonderlich viel und so muss man bis ‚ I Don’t Wanna ‚ warten, dass leidenschaftlich, erbittert und temperamentvoll ist. Alles in allem ist ‚ The General Strike ‚ eine große Bereicherung in der Diskographie der Band und bleibt dennoch ein Anti-Flag Album. Dafür aber nicht mehr und nicht weniger.

7.0