Antennas – Sins

Alternative RockRock, September 2006

Sie kommen aus Schweden, sind zu Dritt und interpretieren den Rock bravourös und abwechslungsreich in anderen Dimensionen. Denn gleich der Opener ‚ Gonna Get It Right ‚ und erste Singleauskopplung ‚ Always On My Mind ‚ bewegen sich unverholen in Richtung Traurigkeit, melancholisch ziehen sich die Fäden durch das gesamte Album und erzählen einfach wie ergreifend emotionale Geschichten, die in dem fast 8-minütigen Stück ‚ Someone For Us All ‚ den engültigen Höhepunkt durchleben. Doch auch die ausdrucksstarken Rocknummern wie ‚ C’mon ‚ und ‚ Adapt! ‚ beweisen, dass die Antennas auch auch richtig rocken können. Hier belehren Sie uns schnell eines Besseren. Wer nicht gut gelaunt mittanzen mag, oder wenigstens den Kopf im Takt bewegt, versteht schlicht und ergreifend die Musik der Antennas nicht. Sie klingen abwechslungsreich, legen Ihre Konzentration nicht nur in schnelle Post-Punk-Nummern wie die Hives und versuchen nicht ständig harte Rockriffs gegen die Wand zu katapultieren wie die Kollegen von Gluecifer oder The Hellacopters. Sie erfinden sich viel mehr ständig neu, auch innerhalb der Songs. Wechseln wunderschöne Melodien fließend mit schwermütigen Passagen und bleiben trotzdem stets eingänglich und unkompliziert. Schon alleine diese Umstände müsste den Bekanntheitsgrad der Band von Schweden über Dänemark zu uns in Windeseile verbreiten. Doch war das mit dem kleinen Novoton Label in der Größenordnung letztes Jahr nicht realisierbar und findet deshalb ein Jahr später den Weg zu Uns nach Deutschland. ‚ Sins ‚ war in jedem Fall die lange Wartezeit wert. Es findet sich für jeden etwas, kluge Arrangements und schwebende Rhythmen verleihen den gesamten zehn Songs eine natürliche und charakteristische Note, die das Trio aus Schweden eindeutig von den restlichen Bands im Land unterscheiden kann. Produziert wurde Ihr Debüt von Magnus „Existensminimum“ Henriksson, ein Mann der fast schon als viertes Mitglied der Band gezählt werden darf und in manchen Stücken selbst Hand am Bass und Keyboard anlegte. Nun darf man also fest die Daumen drücken das die Antennas auch hierzulande Fuß fassen können, denn verdient hätten Sie es mit jedem Ihrer zehn Songs.

7.0