Annie Lennox – A Christmas Cornucopia

Christmas, VÖ: November 2010
Die Qualität des Weihnachtsalbums von ANNIE LENNOX ist so groß, dass diese Kollektion ebenso zu einem Teil der Weihnachtszeit werden könnte wie der Streit mit geliebten Menschen, das Aufbewahren von Quittungen und das Verschwinden der Baumlichter, während man sich langsam in fröhliche Stimmung trinkt.

Annie Lennox kann nicht anders, als alles, was sie singt, mühsam und voller Gerechtigkeit klingen zu lassen, aber ihr erstes festliches Album macht daraus einen Vorzug, indem sie diese gebieterische Stimme mit Weihnachtsliedern kombiniert, die sich jahrhundertelang bewährt haben. Das Ergebnis ist eine Sammlung, die man auch zu anderen Jahreszeiten spielen kann. Trotz der Beiträge eines 30-köpfigen Orchesters und des African Children’s Choir hat ein Großteil des Albums eine ansprechend karge, volksliedhafte Qualität. Die Beiträge des African Children’s Choir sind manchmal wirklich mitreißend, insbesondere in dem eindringlichen und dramatischen „Lullay Lullay (The Coventry Carol)“ und in der überschwänglichen Chor-Coda zu einem faszinierend arrangierten „As Joseph Was a Walking“.

Letztendlich erweist sich „A Christmas Cornucopia“ jedoch als am ergreifendsten, wenn es in seiner sparsamsten Form wirkt. „See Amid the Winter Snow“ schafft genau die richtige Balance zwischen stattlich und feierlich, mit zurückhaltenden Versen, die gefühlvollen, übermütigen Refrains weichen. „O Little Town of Bethlehem“ und „Silent Night“ sind ähnlich schön, warm und umarmend, wobei Lennox‘ Gesang viel Raum eingeräumt wird. Das Lennox-Original (und erste Single) „Universal Child“ klingt im Kontext elegant und erfrischend, mit einer einprägsamen Melodie und Lennox‘ entspanntester Gesangsdarbietung. Mit seiner Mischung aus Chorarrangements verbindet „God Rest Ye Merry Gentlemen“ das Traditionelle mit der Moderne auf gewagte und letztlich sehr gelungene Weise. 

„A Christmas Cornucopia“ ist ein echter Anwärter auf das beste Weihnachtsalbum 2010.

8.0