Ana Tijoux – 1977

HipHop/Rap, VÖ: März 2010
Dies ist das zweite Soloalbum der französisch-chilenischen Rapperin ANA TIJOUX. Sie rappt seit Ende der Neunzigerjahre, zunächst als Teil der Gruppe Makiza, dann alleine. Ihre Einflüsse, überlagert mit verführerischem Jazz und Hip-Hop, ergeben ein unvorhersehbares Gebräu, das sich leicht in jede Sprache übersetzen lässt.

In Lateinamerika als bahnbrechende MC gefeiert, verbindet Ana Tijoux in „1977“ ihren französisch-chilenischen Hintergrund mit unzähligen anderen Einflüssen, einem verrückten Flickenteppich aus Rap, Rhythmus, Streichern und Empfindungen. Tijoux betrat die Szene in Santiago erstmals im Alter von 14 Jahren, als die als MC für die politisch denkende Hip-Hop-Gruppe Makiza arbeitete. Nach einiger Zeit tauchte Tijoux dank der Unterstützung von stilbildenden Künstlern wie Thom Yorke, Bajofondo, Control Machete und DJ Bitman langsam wieder auf. Es dauerte nicht lange, bis Tijoux sich mit ihrer Arbeit an Julieta Venegas‘ „Eres Para Mi“ auch im Rest der Welt einen Namen machte.

Der Titeltrack beginnt mit einem Orchesterschwung, bevor er in einen Beat übergeht, der Spoken-Word-Samples, Streicher und Akustikgitarre mischt. Es ist ein sehr musikalischer Beat. Tijoux‘ Rappen ist sanft und melodisch und schält Verse mit Anmut und Leichtigkeit ab. Nicht-englischsprachiger Rap kann knifflig sein, aber Tijoux sorgt dafür, dass er natürlich klingt. Und sie tut dies mit Überzeugung, sei es, dass sie über das Glück sinniert („Humanidad“), ein herzzerreißendes Geständnis ablegt („Mar Adentro“) oder im herausragenden Titelsong autobiografisch wird. 

Ihr persönliches Universum umfasst Hip-Hop-Existentialismus („Crisis de un MC“) und ein breiteres soziales Bewusstsein („Sube“, „Avaricia“). Eine entspannte Mischung aus Hip-Hop, Jazz, Reggae und R&B. Benannt nach ihrem Geburtsjahr, nimmt uns „1977“ mit auf eine Reise durch das gesamte bisherige Leben der Rapperin.

9.0