Amber Arcades – Barefoot On Diamond Road

Dream Pop, VÖ: Februar 2023
Das neue Album BAREFOOT ON DIAMOND ROAD von AMBER ARCADES markiert eine neue Phase für eine hoch angesehene Musikerin.

„Barefoot On Diamond Road“ ist das dritte Album der niederländischen Amber Arcades. Zuvor war ihre Musik eine Form von Achtziger-Indie mit einem Hauch von Shoegazing. Neben ihrer gläsernen Stimme stand die Gitarre im Mittelpunkt. Das ist nun anders. Annelotte De Graaf hat sich einem elektronischeren Ansatz verschrieben, der zunächst durch „Turning Light“ aus ihrem ersten Album „Fading Lines“ von 2016 angedeutet wurde. Während es einen „Everything I Wanted“-Abdrift von Billie Eilish oder seltsame Anspielungen zu „Born to Die“ von Lana Del Rey gibt, erinnern die Songs zuerst an El Perro del Mar oder ein weniger steinernes I Break Horses. Beides sind Schwedinnen. Eine besonders nordeuropäische Sensibilität ist im Spiel.

„Barefoot On Diamond Road“ gräbt sich tiefer in die Soundlandschaften von Breitbildfilmen ein. Durch die prominente Verwendung klassischer Instrumentierung haben die Arrangements eine zischende „Klangwand“, die die persönlichen Texte erdet, und indem sie sich weniger auf die gitarrenfokussierten Klänge ihrer früheren Veröffentlichungen verlässt, entsteht eine zusätzliche Gewichtigkeit in den huschenden Dancefloor-Beats. Das Album ist manchmal absurd schön, wobei die Harmonisierung bis in die entlegensten Winkel des Weltraums vordringt. Die Effekte auf ihre Stimme sind perfekt für ihren Ton und beruhigend. Dream Pop im Inneren ist in der Tat schläfrig, mit einer Atmosphäre, die so eindringlich ist wie Washed Out oder ähnliche Dream-Pop-Bands – wer dieses mag, wird Amber Arcades lieben. 

Ob es wichtige Texte gibt oder nicht, ist manchmal schwer zu sagen, weil die Geräuschkulisse wie ein Wasserfall über die Sängerin rauschen kann. Diese Blütenblätter haben in der Tat tiefe Schattierungen. Abgesehen von unnötigen, seltsamen Analogien, ist die entspannende Klanglandschaft ein Genuss. Die Stimmung selbst ist düster, de Graaf’s Gesang blutet vor Traurigkeit, die Nostalgie ist stark, und der nicht so versteckte Held der Platte ist Matt Chamberlain, dessen Schlagzeug durchgehend reaktionsschnell, kraftvoll und genau richtig ist. Indem sie diesen neuen Rahmen für ihre Musik übernommen hat, hat de Graaf ihren bisherigen Songwriting-Stil nicht aufgegeben, sondern ihm einen neuen Kontext gegeben. 

Passenderweise ist „Barefoot On Diamond Road“ ihre erste Veröffentlichung für ein neues Label. All dies bedeutet, dass es genauso gut ihr Debütalbum sein könnte.

7.1