Allison Russell – Outside Child

AmericanaFolk, VÖ: Mai 2021
OUTSIDE CHILD von ALLISON RUSSELL ist ein so autobiografisches Album, wie man es nirgendwo sonst finden wird, aber es ist alles andere als eine trockene Nacherzählung einer persönlichen Geschichte.

Das Debütalbum „Outside Child“, sagt Russell, „is about resilience, survival, transcendence, the redemptive power of art, community, connection, and chosen family.“ Russell singt darüber auf „Nightflyer“ und denkt über die heilende Kraft der Mutterschaft nach und nutzt die Weite des Tracks, um die Stärke zu vermitteln, von der sie nicht wusste, dass sie sie besitzt. Hier ist die Zeile „I am the mother of the evening star / I am the love that conquers all“ ist „the most defiantly triumphant, hopeful line I’ve ever written…that’s about the birth of my daughter and how that transformed me.“ Obwohl sie eine angespannte Beziehung hatten, erinnert sich Russell, wie sie unter das Klavier kroch und ihrer eigenen Mutter zuhörte. „I would hum along with her. She said I was humming before I could talk. I was able to feel some kind of comfort or love or connection in a way that she couldn’t verbally or physically express – but I could feel in her music that there was love in her.“

„A concept album about childhood sexual abuse and recovery“ ist nicht die Art von Sache, die sich für Hype-Aufkleber anbietet, aber sobald man die Schallplatte oder die CD abspielt (und dies ist ein Fall, in dem man wirklich das physische Produkt kaufen muss – für die ausführlichen Fußnoten der Künstlerin), legt Russell’s Song-by-Song-Kommentar ungeniert autobiografische Details offen, die die Songs noch fesselnder machen, als sie es bei einem weniger informierten Hören sein könnten. Sie war ebenso offen über die autobiografische Erzählung des Albums in Medieninterviews. Kurz gesagt, der größte Teil von „Outside Child“ hat mit den Schrecken zu tun, die die Sängerin, jetzt 39, in 10 ihrer prägendsten Jahre durch einen schamlosen Adoptivvater und eine schizophrene Mutter erlebt hat, die über das sexuelle Traumata ihrer Tochter hinweg sah.

Dennoch gibt es so viel unsentimentalen Auftrieb, der das ganze Album durchdringt – und, auf einer praktischeren Ebene, einfach so viele kluge musikalische Entscheidungen – dass es sich nie für einen Moment so anfühlt, als ob wir mit dem Zuhören eine Art sozialer Gerechtigkeitspflicht nachkommen. Am Ende ist „Outside Child“ nicht nur eine radikale Aufarbeitung einer traumatischen Kindheit und verlorenen Heimat, es ist ein hell leuchtendes Laternenlicht für Überlebende.

8.0