Allison Moorer – Down to Believing

Country, VÖ: März 2015
Fünf Jahre Wartezeit und Inspiration aus der realen Welt führten zu einem Werk von ALLISON MOORER, das inspiriert und lebendig ist und Americana-/Alt-Country-Hörerinnen daran erinnert, dass die Schwester von Shelby Lynne mindestens eine genauso gute Partie ist.

Allison Moorer’s Karriere war geprägt von einem Leben im Schatten und in der Nähe von Menschen, die etwas berühmter waren als sie. Moorer’s größte Momente im Rampenlicht scheinen diejenigen zu sein, in denen das Fernlicht knapp an ihr vorbei scheint. Was sich hinter den großen Scheinwerfern und glänzenden Auszeichnungen verbirgt, ist eine bemerkenswerte Karriere voller aufrichtiger Lieder, großer Bewunderung von Kolleginnen und den Leistungen einer guten Sängerin. Als kleine Schwester von Shelby Lynne entstand sie in einer Zeit, in der die großen Labels noch bereit waren, Risiken bei Songwritern und Geschwistern bewährter, vielversprechender Produkte einzugehen, und solange hier und da ein paar Platten verkauft wurden, war das kein Problem. 

Allison war von Ende der 90er bis in die 2000er Jahre bei MCA Nashville und dann bei Universal South unter Vertrag und gehörte zu der starken und einflussreichen Alternative-Country-Gruppe, die den Grundstein für den Erfolg des modernen Americana legte. Obwohl Allison Moorer zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verheiratet war und nur ein paar Monate von der Geburt ihres ersten Kindes entfernt war, wurde das letzte Album aus dem Jahr 2010 von den Gespenstern des Todes und des Herzschmerzes heimgesucht. Fünf Jahre später trennt sich die Country-Sängerin von Rockstar-Ehemann und ihr mittlerweile vierjähriger Sohn muss mit der Diagnose Autismus rechnen.

Man könnte erwarten, dass Moorer tiefer in die verschwommenen emotionalen Schattierungen und Aquarelltexturen ihres letzten Albums eintaucht, aber das optimistisch betitelte „Down to Believing“ kommt wie ein Knaller daher: Die erste Single „Like It Used to Be“ ist ein Umblättern, ein Abstreifen vergangener Verluste und eine weitreichende Umarmung ihrer neu gewonnenen Freiheiten. „It’s just the way the tilt-a-whirl turns/It’s just the way the barricades burn“, knurrt Moorer über die wilden Riffs des Gitarristen/Produzenten Kenny Greenberg und legt damit den Grundstein für ein Trennungsalbum, das in der Akzeptanz Stärke findet.

Allison Moorer’s neuntes Studioalbum ist eine maßvolle Reflexion über die Scheidung. Es ist ein mutiges Album, manchmal voller Wut – „Tear Me Apart“ ist ein Showdown-Song, „Mama Let the Wolf In“ handelt von der Herausforderung der Mutterschaft – manchmal ist es nachdenklich, wie auf „Blood“ und erzählt über das Familienleben. Ein Cover von CCR’s „Have You Ever Seen the Rain“ fügt sich nahtlos in die stoische, trotzige Stimmung ein. Trotz der unglücklichen Wendungen im Leben wandelt Moorer ihre Komplikationen in ergreifendes, introspektives und dennoch bemerkenswert universelles Material.

Ihr robuster, melodischer Americana-Ansatz deutet darauf hin, dass sie gestärkt und entschlossener aus den persönlichen Kämpfen hervorgehen wird, die dazu beitragen, dass diese Musik so kraftvoll ist.

8.9