Alice Boman – The Space Between

Country/Folk, November 2022
THE SPACE BETWEEN von ALICE BOMAN schafft es, eine sonnigere lyrische Gesinnung als sein Vorgänger auszustrahlen, ohne dass der Pulsschlag seiner Darbietung zu kurz kommt.

Alice Boman schreibt in einfachen, ungeschminkten Versen, die ausreichen, um wirkungsvolle Botschaften und Emotionen zu vermitteln. Es mag auf den ersten Blick banal erscheinen, aber ihr Hauptaugenmerk liegt weder auf dem beeindruckenden Wortspiel noch auf der eleganten Ausdrucksweise; Tatsächlich liegt es am Nachhall jeder Silbe: Wie jede Konsonanz von einer Melodie durchzogen wird, um ihre unerklärlichen Empfindungen hervorzurufen. Deshalb wiederholt sie oft ihre Phrasen oder Worte im Refrain; Sie spricht sie mit einer so blendenden Verletzlichkeit aus, als würde sie all ihre intensiven Gefühle auf uns ausschütten und ihre Wirkung jedes Mal verstärken. Verloren in der Leere der Liebe wandert sie durch den kargen Raum zwischen sich und ihrem Partner und fragt sich, ob ihre Beziehung Fortschritte machen wird. Die Worte „in circles“ wiederholen sich beispielsweise in den letzten Sekunden des gleichnamigen Titelsongs.

Die Atmosphäre von „The Space Between“ fühlt sich heimelig und leicht an, was manchmal an die theatralischen Klanglandschaften von „Dream On“ erinnert. Allerdings sind die Instrumente hier gedämpfter, um ein Gefühl der leeren Schwere auszustrahlen, des leeren Raums, der uns sowohl erschreckt als auch tröstet. „The Space Between“ wurde vom früheren Mitarbeiter Patrik Berger produziert. Die breitere Palette wird nach und nach im Eröffnungssong eingeführt, der zarten Piano-Keyboard-Ballade „Honey“, die im Verlauf des Tracks Klänge wie synthetisiertes Saxophon, gedämpfte elektronische Drums und zunehmende Lichtschimmer hinzufügt. Dieser Song leitet in das spacige „Feels Like a Dream“ über, ein Duett mit Perfume Genius, das sich zu einem Full-Band-Arrangement mit vibrierendem Bass entwickelt. 

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Der dritte Track „Maybe“ behält die relative Komplexität mit Schichten aus schwammigen Keyboardtönen und Elektronik neben Klavier, leichter Gitarre, und einem synkopierteren Schlagzeugmuster bei. Während sich alles durchweg ätherisch anfühlt, fügt sie Orgelstimmen und schrille Glockentöne zur Mischung des liebevollen „Night and Day“ hinzu, und „The Space Between“ schließt mit dem hypnotischen „Space“, dessen wiederholte musikalische und lyrische Phrasen zu schweben scheinen: „The fear of losing/Is growing again, again“. Boman hat mit ihrer Geschichte rund um Raum und Intimität ein schönes Konzept ausgearbeitet, das sie auch auf ihre eigene glückselige und minimalistische Art eindringlich darstellt.

7.8