The Rocks ‎– Letters From The Frontline

Vielen wird der Name auf den ersten Blick wenig sagen, dabei sind die Rocks schon seit langem kein unbeschriebenes Blatt mehr. Besonders live gab es die ein oder anderen Auftritte, zusammen mit Art Brut, The Rakes, Razorlight oder sogar den großartigen Libertines. Musikalisch orientieren sich die Rocks an eben genannten Vorbilder zeigten dies auch auf Ihrem Debüt ‚ Asking For Trouble ‚ mehr als deutlich.

Zumindest in dieser Hinsicht machten die Rocks alles richtig. Ihre eigenen Songs dagegen hatten noch mit so einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Strukturen verloren oftmals Ihren sicher geglaubten Halt, fielen hinab in die Dunkelheit und die entstanden Lücken konnten auf Dauer nicht mit ausreichender Substanz gefüllt werden. Dabei waren die guten Ansätze spürbar vorhanden, wie kleine Lichtblitzer erfüllten sie den trüben Nachthimmel jedes Mal aufs Neue und erfreuten Uns mit Ihrer kurzzeitigen Anwesenheit.

Aber leider zu selten um dauerhaft einen Platz in unseren Gedächtnissen zu finden. Doch nun soll alles besser werden. Die vielen Formationen und Rotationen haben eine Ende und die Band fand mit dieser hier die perfekte Mischung, was auch den Songs auf der aktuellen Platte ‚ Letters From The Frontline ‚ sogleich ein stilsicheres Auftreten bescherte.

Einen kleinen Vorgeschmack gab es ja bereits Im Vorfeld mit der Single ‚ Heartbreak City ‚, mit viel Herzblut beackerten die Rocks Ihre Gitarren und spätestens hier sind die Verbesserungen zum Debüt allgegenwärtig. Mit viel Geschrei und schrammeligen Riffs gehts auf ‚ Kicking The Teeth ‚ weiter und ist zugleich der stärkste Track auf Ihrem Zweitwerk. Endlich lassen die Rocks um Frontmann James Taylor mal die Sau raus, hemmungslos schlägt Chris Mann knappe drei Minuten auf sein Schlagzeug ein und die beiden Gitarristen Mauro Venegas und Sarah Bacon versuchen auf Ihrem Höllentrip vor allen anderen am Ziel anzukommen.

„Ein Mix aus flammenden Gitarren, glänzenden Popmelodien und der Art von Geschrei, das man normalerweiße nur aus Teen-Horror-Filmen kennt“, wie es der Guardian Mitte des Jahres treffend definierte. Die Rocks haben sich mit der zweiten Platte nach oben gekämpft, raus aus den tristen Landschaften und rein in die farbenfrohe Welt des Indie-Rocks. Für den ganz großen Wurf nach Vorne reicht es zwar noch immer nicht, aber die sichere Zone wurde mit ‚ Letters From The Frontline ‚ erst einmal erreicht und das ist ein nicht zu verachtener Teilerfolg, auf einer noch hoffentlich langen Reise mit den Rocks.