Freddie Gibbs & Madlib – Bandana

Anderson .Paak, Yasiin Bey, Black Thought, Killer Mike und Pusha T. sind die namhaften Gäste auf dem zweiten Studioalbum von Freddie Gibbs und Madlib. „Bandana“ ist das erste Werk nach einer fünfjährigen Pause und findet sich auch dieses Mal im konventionellem Hip-Hop-Umfeld wider. „Bandana“ folgt dabei dem Alltag und schlüpft in die Rolle eines Straßensoldaten mit eisernem Willen und einer in seine Adidas-Jogginghose gestopften Handfeuerwaffe, um reich zu werden oder zu sterben. Sein knurrender Erzählfluss kann Erinnerungen an Tupac wecken, aber wo die Kunst des letzteren oft von roher Leidenschaft befeuert wurde, ist der 37-jährige Gibbs eher zerebral. Sein Schreiben steckt voller kompromissloser Details und er hat ein Gespür dafür, eine Szene durch Kleinigkeiten zum Leben zu erwecken.

 

Gibbs erreicht hier eine neue Ebene als Texter. Er kreiert immer noch eine beeindruckende Kunst aus gewalttätigen Bildern (auf dem potenten „Flat Tummy Tea“ droht er Jesus mit einem Schwert zu erstechen), aber jetzt hat er auch eine weitaus philosophischere Richtung eingeschlagen. Es gibt viele abrupte Änderungen in der Instrumentierung, zum Beispiel bei „Half Manne Half Cocaine“, dessen erste Hälfte härter klopft als jeder moderne Trap-Track und das, obwohl Madlib für jazzige Throwback-Sounds bekannt ist. Im weiteren Verlauf des Songs versetzt Madlib das ehemals funktaugliche Instrumental in die Avantgarde.

Zu den geradlinigeren Songs gehört „Crime Pays“ mit marmorglatten Rhythmen und einer Basslinie, die unvorhersehbare Rückpässe liefert. „Flow“ schmiegt sich nahtlos an den unwiderstehlichen Rhythmus an und bettet darin haarsträubende, anti-glorifizierende Gangsta-Reime, wie: „Choppin‘ up this change with cocaine in my microwave / Made it through my whole month with my lights out, I seen brighter days.“ Anderson. Paak glänzt derweil auf „Giannis“ und verleiht dem Track den dringend benötigten melodischen und souligen Touch, überlagert durch eine scheinbar mühelose Leidenschaft. Trotz der zahlreichen Gäste bleibt Gibbs der Star und das Ergebnis ist ein Album voller ungeschminkter Realitäten, die sich in eine filmische Exzellenz verwandeln.