Tears For Fears – The Hurting

Großbritanniens TEARS FOR FEARS stehen durch Ihr einfallsreiches, stilvolles Songwriting und der rhythmischen Schwungkraft weit über den aktuellen Synth Pop Gruppen.

Theoretisch sind Tears For Fears nur ein weiteres Pop Duo aus den 80er Jahren, die mit ein paar eingängigen Melodien glänzen. Aber in der Praxis gibt es so viel mehr Tiefe. Der offensichtliche Hit „Everybody Wants to Rule the World“ ist keine Anomalie in ihrem Katalog. In der Tat gibt es eine Handvoll Songs, die noch besser sind. „Memories Fade“ bietet beispielsweise enorme emotionale Resonanzen, die an „Working Class Hero“ erinnern, während „Pale Shelter“ auf einer ganz anderen Ebene funktioniert. Ein exquisites Klangbild, das den Hörer in Schichten pulsierender Synthesizer, Arpeggios für Akustikgitarren und elektronischer Klangblätter mitreißt.

„The Hurting“ bekommt viel Aufmerksamkeit für seine dunklen Texte (jedenfalls für Popsongs), aber die Arrangements sind hier die wirklichen Highlights. Ja, es ist Synth Pop, aber das beschreibt nicht ganz die engen, hypnotischen Rhythmen, die weit über die Presets von Drumcomputern hinausgehen. Chris Hughes und Manny Elias wird die Rhythmusprogrammierung zugeschrieben, und die Beats sind vielschichtig und hypnotisch. Hughes war Schlagzeuger für Adam and the Ants und es ist ziemlich offensichtlich, dass ein Schlagzeuger diese Platte produziert hat.

Die anderen Instrumente können als minimalistisch, aber sehr effektiv angesehen werden. Ein großartiges Beispiel ist “ Start of the Breakdown“, es beginnt mit einem einsamen Synthesizer, der nicht funktionieren sollte, aber es funktioniert. Der minimalistische Klang ist hier entscheidend, um die allgemeinen Themen Eifersucht, Verlassenheit, Angst (oft familienbezogen) zu unterstützen. Tears For Fears mögen sich zu sehr mit ihren eigenen kleinen Traumata befassen, aber es ist letztlich ein Zeugnis ihrer verfeinerten Pop Instinkte, dass sie es schaffen, so viel Freude aus Schmerz zu erzeugen.

9.4