Placebo – Placebo

Seit zwei Jahren bestehen Placebo aus Brian Molko und Stefan Olsdal. Die Suche hat lange gedauert aber schlussendlich gelang es den beiden Engländern doch noch, eine geeignete Besetzung am Schlagzeug zu finden. Nachdem Robert Schultzberg, der gemeinsam mit Olsdal in Luxemburg zu Schule ging, die Band letztes Jahr verlassen hatte, fanden Sie mit Steve Hewitt einen ebenbürtigen Nachfolger und präsentieren nun Ihr gleichnamiges Debütwerk.

 

So ungewöhnlich der Sound, so einfach die Bedeutung Ihres Bandnamens: As musicians you try to find a name for your band that represents you and you never really, because, basically, names for bands lose their meaning after a while. The most important thing for a name is that you can imagine forty thousand people screaming it in unison.“ Um diese Zahlen zu erreichen werden Placebo zwar noch einige Zeit spielen müssen, aber zumindest befinden sich die Briten in einer äußerst vielversprechenden Position.

Die femininen Gesichtszüge und die Kleidung des Brian Molko lassen auf einen Identitätswechsel schließen, gehen aber vielmehr über das grundlegende hinaus. Der Schlüssel zu Placebo´s Sound ist die markante und unverwechselbare Stimme, die Gitarren laufen meist in recht konventionellen Zügen, entfliehen aber immer wieder in finstere Melodramen und verunsichern den Hörer mit Undurchsichtigkeit und Angst. Schwere Basslines geben dem Album eine Menge Kraft, lassen bewegende Melodien entstehen und klingen dabei wie eine Mischung aus den Smashing Pumpkins und Rush.

Insgesamt verlaufen die zehn Songs in genug Variationen der verschiedensten Genres, um sie interessant und spannend zu gestalten. Richtig beschreiben kann aber nur ein Song die Platte: ‚ Teenage Angst ‚. Zwei Worte die das gesamte Album so simpel wie effektiv erklären. Übewiegend handeln die Stücke von Schwäche ‚ Bionic ‚, Trennungen in ‚ 36 Degrees ‚ und Einsamkeit in ‚ Hang On To Your IQ ‚. Der beste Song ist ‚ Nancy Boy ‚ und zugleich das Kernstück und die klassische Hymne über sexuelle Ambiguität. Fast schon klingen diese teils langsamen und experimentellen Tracks nach einer reinen Konzeptplatte. Aber wirklich sicher kann man sich bei Placebo nie sein. „Since I was born I started to decay/ Now nothing ever ever goes my way“.

8.6