Massive Attack – Blues Lines

BLUE LINES ist das Debüt-Studioalbum der englischen elektronischen Musikgruppe MASSIVE ATTACK, das am 08. April 1991 auf Wild Bunch und Virgin Records veröffentlicht wurde. Eine überarbeitete Version des Albums folgte am 19. November 2012.

Als 1991 das Debütalbum „Blue Lines“ von Massive Attack veröffentlicht wurde, klang nicht viel Musik so. Es waren Sounds, die so neu waren, dass sie keine Schublade hatten, kein Form zu der es eine Beschreibung gab – Trip Hop würde erst in ein paar Jahren eine große Nummer werden, und dieses Mash-Up aus Dub, Rap, Reggae und Soul erregte Aufmerksamkeit wie kaum ein anderer Release aus dieser Zeit. Es hielt uns nicht am Kragen fest, sondern zündete direkt unsere Schuhe an. „Blue Lines“ wurde jedoch nicht ohne Überzeugungsarbeit produziert, und obwohl es zu einem bemerkenswert sicheren Ergebnis kommen sollte, brauchte das damalige Trio um 3D, Daddy G und Mushroom ein wenig Unterstützung, um die Puzzleteile an die richtigen Stellen zu bringen. Die gefeierte Schuldige: Neneh Cherry, ein Star zum Ende der 1989er. Und als „Blue Lines“ veröffentlicht wurde, folgte über Virgin der Durchbruch, obwohl kaum augenblicklich, dramatisch genug, um bis heute spürbar zu sein.

Unvollendete Sympathie allein machte „Blue Lines“ nicht zum Klassiker, was die Stellung in so vielen Best-Alben-Charts aller Zeiten bestätigt, aber es stellte sicher, dass das Publikum Massive Attack die Möglichkeit gab, mit ihren unzähligen Ansätzen zum Musizieren zu beeindrucken. „Blue Lines“ besticht durch die sauber konstruierte, staubige, grobkörnige und manchmal träge Mischung aus Hip-Hop, R&B, Pop, Dub und elektronischer Musik, die Samples auf Live-Instrumenten legt. Die Gastsänger, insbesondere Shara Nelson, konterten die gelegentlich aggressive Musik mit süßem, gefühlvollem Gesang. Das Ergebnis war eine Reihe von Songs, die eine Vorlage für Trip-Hop-Künstler schufen, auf die wir uns in den kommenden Jahren ausgiebig verlassen konnten. Zentraler Angelpunkt ist Dub und mehr als Hip-Hop oder Dance der große Prüfstein für „Blue Lines“. Die meisten Songs sind nicht ganz so erdig wie man erwarten würde, aber der Einfluss ist in der Atmosphäre der Songs spürbar, wie das weit entfernte E-Piano auf „One Love“. 

Der Track „Five Man Army“ macht die Dub-Inspiration deutlich, mit einer klappernden Percussion-Linie, moderatem Hall auf Gitarre und Schlagzeug und Andy’s exquisitem Falsett, das über den Chor huscht. „Blue Lines“ besteht dabei nicht nur aus Dunkelheit – „Be Thankful for What You’ve Got“ kommt der durch den Titel hervorgerufenen sanften Soul-Melodie ziemlich nahe, und „Unfinished Sympathy“ – die erste klassische Produktion der Gruppe – ist eine enorm bewegende Fusion von schnellem Hip-Hop und Dancefloor-Jam mit langsam bewegenden, sirupartigen Streichern. „Blue Lines“ ist ein erstaunliches Album, als es herauskam, und es bleibt auch in der Gegenwart eines.