Beastie Boys – Hello Nasty

Die BEASTIE BOYS machen es uns auf HELLO NASTY wahrlich schwer, sich nicht von der Dynamik der knallenden Tracks und feurigen Raps mitreißen zu lassen.

Die Beastie Boys haben sechs Jahre lang kein Album mit neuem Material veröffentlicht, daher wird die Gruppe heutzutage eher mit dem politischen Aktivismus ihrer tibetischen Freiheitskampagne und dem kapitalistischen Unternehmen ihrer Platten- und Bekleidungsfirmen als mit ihrer Musik in Verbindung gebracht. Wie ein guter, harter Schlag lenkt „Hello Nasty“ unsere Aufmerksamkeit zurück auf den dynamischen Hip Hop – dem eigentlichen Kerngeschäft. Die Beastie Boys sind ihrer anfänglichen Rolle als Pop-Rowdy-Party-Crasher längst entwachsen und haben ihre Studio- und Storytelling-Vorstellungen so weit wie möglich erweitert, um das Wahrzeichen „Paul’s Boutique“ aus dem Jahr 1989 einen neuen Anstrich zu verleihen.

„Hello Nasty“ ist ein atemberaubendes Hörerlebnis mit analogen Synthesizern, alten Drumcomputern, Call-and-Response-Gesängen, Freestyle-Reimen, futuristischen Soundeffekten und virtuosem Scratable-Scratching. Die Beastie Boys sind seit langem für ihre dichten, vielschichtigen Explosionen berüchtigt, aber „Hello Nasty“ ist ihre erste Platte, die eben nicht nur die unzähligen Ebenen von „Paul’s Boutique“ erreicht, sondern auch auf dem Durchbruch der multiethnischen Junk Kultur von „Check Your Head“ aufbaut – anstatt sie nur zu replizieren. An der Oberfläche erscheinen die Klangcollagen von „Hello Nasty“ zu Beginn nicht so dicht wie „Paul’s Boutique“, noch gibt es eine Single, die so packend ist wie „Sabotage“, aber mit der Zeit tauchen kleine Details auf und jedes Lied bildet seine eigene Identität.

“We’re all connected like a Lego set
One equaling one together like a croquette
Whether we have or have not yet met
Well, it ain’t no thing and it ain’t no sweat”

Es steht außer Frage, dass Ihr fünftes Album voll von Old-School-Sounds und Stilen ist, aber durch die Wiederbelebung des Future-Shock-Rocks der frühen 80er Jahre haben sich die Beastie Boys geschickt auf das neue Jahrtausend eingestellt. „Hello Nasty“ ist auf den Punkt gebracht, immun gegen Geschmack, Kritik und Meinung. Was für ein Meisterwerk der Perfektion. Was für eine Art, sich geliebt, vereint und nicht allein zu fühlen.

9.7