A Sunny Day In Glasgow ‎- Sea When Absent

Da soll mal noch einer behaupten im Sommer würde es keine hochwertigen Veröffentlichungen geben. Das Gegenteil beweist uns diese Woche das Philly Dream-Pop Kollektiv A Sunny Day in Glasgow. Die neue Platte ‚ Sea When Absent ‚ benötigte zwar über vier Jahre (man erinnere sich noch an ‚ Ashes Grammar ‚ aus dem Jahr 2009), doch die lange Wartezeit hat sich absolut ausbezahlt. Eigentlich zeigt ‚ Sea When Absent ‚ in allen Bereichen eine deutliche Verbesserung, der stärkste Beweis dafür findet sich aber in Ihren Melodien und im klaren Gesang. Erhalten geblieben sind die reich gefüllten Effekte, die lärmenden Gitarren und glückseligen Shoegaze-Momente. ‚ Golden Waves ‚ und ‚ Crushin ‚ sind gute Beispiele für das neue monogene Modell. Die Band vermittelt ein angenehmes Schlafzimmer-Pop-Gefühl in makellos strukturierter Optik.

A Sunny Day in Glasgow haben sich mit Jeff Zeigler (War on Drugs, Kurt Vile) zum ersten Mal einen externen Produzenten zugelegt und obwohl er dafür sorgte, dass Ihr Sound aufgeräumter wirkt, ist dennoch die Komplexität erhalten geblieben. Jeder Song auf ‚ Sea When Absent ‚ ist wie ein Labyrinth konzipiert: Es ist einfach und trotzdem schwindelerregend, scheinbare Wege zum Ziel verlieren sich in unzähligen Wendungen, drehen sich im Kreis und schicken den Hörer irgendwann zurück an den Anfang. ‚ The Body, It Bends ‚ beginnt schwerelos, wie raumfüllende Rock-Träumerei, doch plötzlich macht der Track halt, schlägt einen Haken und schubst uns in eine pastorale, erdgebundene Geräuschkulisse. Dieses Album bietet stilistische Motive und eine konsequente ätherische Verträumtheit in Perfektion.

Die Gruppe hätte nach Ihrem Debüt auch einfach so weitermachen können, es hätte niemanden gestört. Doch das Dream-Pop Kollektiv nahm für ‚ Sea When Absent ‚ Risiken auf sich, machte einen Sprung und die abschließenden Ergebnisse beweisen, dass A Sunny Day in Glasgow derzeit zu den besten und interessantesten Bands Ihrer Zeit gehören.