A Fine Frenzy ‎– Bomb In A Birdcage

Fans der leichten und lieblichen Popkunst aufgepasst: A Fine Frenzy ist mit Ihrem zweiten Album ‚ Bomb In A Birdcage ‚ zurück. Knappe zwei Jahre war es ruhig um die sympathische Singer-Songwriterin und Pianisten aus Los Angeles. Naja so ganz ruhig vielleicht dann auch wieder nicht. Denn zählt man die Anzahl Ihrer Tweets bei Twitter, dann sieht die Sache schon ganz anders aus. Alison Sudol war keineswegs leise und zurückhaltend, im Grunde genauso wenig wie Sie auf Ihrer zweiten Platte klingt. Der Opener ‚ What I Wouldn’t Do ‚ dürfte so manchen Fan von ‚ Almost Lover ‚ aus dem letzten Jahr überraschen. Zwar spielt Sie auch weiterhin die perfekte Klaviatur der populären Musik, doch erweitert Sie Ihre vielen Facetten des Genres um eine angenehme und abwechslungsreiche Note. Ihre Musik erfindet natürlich trotz überzeugender Stücke die Welt nicht neu.

Und so bleiben auch Ihr eine Reihe an Vergleichen mit anderen Künstlerinnen wie Lily Allen, Emiliana Torrini und Florence And The Machine nicht erspart, die sie aber mit einem liebevollen Schwung sowie charmanten Melodien und einer ehrlichen Stimme auf die Seite kehren kann. Sie stapft als autodiktatische Pianisten durch zwölf neuen Stücke und verliert auf ‚ Bomb In A Birdcage ‚ wieder einmal nicht den Sinn für erwachsenen Indie-Pop. Das Songwriting glänzt noch mehr, die Stimme könnte rührender nicht sein und dennoch bestimmen auf dem zweiten Werk auch weiterhin die langweiligen Melodien das Geschehen. Sie führen meist in das dunkle Nirgendwo, mischen Chöre in Verse und rücken dabei einen weiteren Schritt in die deutlichen Referenzen zu Keane und Coldplay. Besonders deutlich wird es bei den beiden Songs ‚ New Heights ‚ und ‚ World Without ‚.

Aber trotz diesen negativen Eigenschaften verliert die Platte nie Ihren Reiz an positiven Gefühlen und verspielten Pop-Experimenten. Wunderschön fliegen die Akkorde in ‚ Blow Away ‚ am blauen Himmel vorüber und übergeben an das enttäuschende ‚ Happier ‚. Es ist ein ständiges Auf und Ab. ‚ Bomb In A Birdcage ‚ wirkt manchmal, als müsste es noch das Fliegen lernen. Auf der anderen Seite schwebt es mit Stücken wie ‚ What I Would’t Do ‚ oder ‚ Blow Away ‚ zartgliedrig und grazil durch die morgentlichen Lüfte. Nur gegen Ende spürt man den leichten Fall in die Tiefe von A Fine Frenzy und der endgültigen Landung mit ‚ The Beacon ‚ in einer unauffälligen und nichtssagenden Landschaft. Alison Sudol ist sicherlich bemüht und nichts klingt durchgehend schrecklich, aber es fehlt schlussendlich die Kraft für den dauerhaften Höhenflug und so wird ‚ Bomb In A Birdcage ‚ niemanden so wirklich wehtun. „“With my heart ticking / Like a bomb in a birdcage / I left before someone got hurt.“