Aimee Mann – I’m with Stupid

Classic AlbumsRock, VÖ: Januar 1995
I’M WITH STUPID wurde mit Hilfe von Jon Brion aufgenommen und ist ein auf das Wesentliche reduziertes und aggressiveres Album als sein Vorgänger, mit knurrenden Gitarren als Hintergrund für AIMEE MANNs abwechselnd süßen/anklagenden, leicht jazzigen Gesang.

Einige Jahre nach der Auflösung von Til Tuesday, der Bostoner New-Wave-Band, die 1985 mit „Voices Carry“ einen großen Erfolg hatte, startete Sängerin Aimee Mann ihre gemächliche Solokarriere mit dem überaus beeindruckenden „Whatever“. Unterstützt durch den Produzenten und Multiinstrumentalisten Jon Brion (von den Greys) sowie Roger McGuinn und Schlagzeuger Jim Keltner bewegt sich Mann mühelos zwischen harten (musikalisch und textlich) Rockern wie dem wütenden „I Should’ve Known“ und dem lebhaften Pop-Rock von „Could’ve Been Everyone“. Viele der Lieder befassen sich angeblich mit Mann’s bitterer Trennung vom Singer/Songwriter Jules Shear. Unabhängig davon ist es ihr auf jeden Fall gelungen, ihre Emotionen in ein Werk zu kanalisieren, das sowohl sehr persönlich als auch angenehm für die Ohren ist.

Gelegentlich ist die Fusion etwas umständlich, aber die besten Momente auf „I’m With Stupid“ sind das seufzende „Choice in the Matter“, das nahezu perfekte „That’s Just What You Are“ mit Backing-Vocals von Glenn Tilbrook und die Bernard Butler-Kollaboration auf „Sugarcoated“ – diese übertreffen selbst die besten Momente auf „Whatever“. Allerdings kann „I’m With Stupid“ hinsichtlich der gleichbleibenden Songqualität nicht mit Mann’s Debüt mithalten – es gibt mehrere Titel, die angenehm sind, aber einfach nirgendwo hinführen. Dennoch bestätigt das Album, dass sie eine unverwechselbare, talentierte Songwriterin ist und liefert einen weiteren Beweis dafür, dass sie leicht verdauliche Songs macht, die uns sofort packen und nie im Weg stehen.

8.0